Aida

Walk like Egyptian: Verdi’s Aida door Robert Wilson

Aida Wilson

Verwacht geen olifanten in deze Aida uit Brussel. Ook geen grote massa scènes en – voornamelijk – verwacht geen emoties. Bij Robert Wilson moet alles minimalistisch en esthetisch verantwoord, wat ontegenzeggelijk leuke plaatjes oplevert maar in discrepantie blijft met de muziek. De zangers bewegen zeer langzaam, bijna in slow motion en hun (spaarzame) gebaren zijn gestileerd naar de oud-Egyptische tekeningen.

Niemand raakt niemand aan, sterker: er wordt niet eens naar elkaar gekeken. Alle personages zijn voornamelijk met zichzelf en hun eigen leed bezig, wat volgens de regisseur wellicht de sleutel is tot het drama. Voor mij te ver gezocht.

De enscenering wordt gedomineerd door de kleuren zwart en blauw, er zijn amper decors en/of rekwisieten. Dodelijk saai.

De, werkelijk geweldige zangers lijken gevangen te zitten in een keurslijf van emotieloos acteren, al lukt het Ildiko Komosi (Amneris) af en toe een gebaar te smokkelen. Samen met Norma Fantini (Aida) zorgt zij voor de meeste spanning en ontroering, en hun duet in de eerste acte is vocaal een hoogtepunt.

Marco Berti is een prima Radames met een prachtige hoogte en een vleugje ‘Pavarotti’ in zijn timbre, en ook de rest van de bezetting is eersteklas. Kazushi Ono dirigeert bedaard, met alle aandacht voor de details.

Terugkerend naar de regisseur: Robert Wilson lijkt zich keer op keer te herhalen. Heb je ooit een enscenering van hem gezien, dan heb je ze allemaal gezien. Hoezo ‘opera is geen museum’?

Giuseppe Verdi
Aida
Norma Fantini, Marco Berti, Ildiko Komlosi e.a.
Symphony Orchestra&Choire of La Monnaie-De Munt olv Kazushi Ono
Opus Arte OA 0954 D

Advertenties

Ein halbes Jahrhundert Aida: Zeffirelli forever

Text: Mordechai Aranowicz

 

Aida

© Marco Brescia & Rudy Amisano

Wenn eine Opern-Inszenierung auch nach Jahrzehnten immer wieder aufgenommen wird, dabei vier Neu-Inszenierungen (darunter eine durch den selben Regisseur) überlebt, und sich beim Publikum nach wie vor grösster Beliebtheit erfreut, muss es etwas ganz Besonderes sein. Dies kann man von Franco Zeffirellis Aida-Inszenierung an der Mailänder Scala aus dem Jahr 1963 wirklich behaupten.

 

Aida scene

© Marco Brescia & Rudy Amisano

Seit ihrer Premiere mit Leontyne Price, Carlo Bergonzi, Fiorenza Cossotto und Nikolai Ghiaurov in den Hauptrollen hat sie über mehr als ein halbes Jahrhundert die Menschen erfreut und bezaubert. So auch bei ihrer jüngsten Wiederaufnehme anlässlich des 95. Geburtstag von Franco Zeffirelli. Dabei sind es insbesondere die opulenten, aber auch ungemein poetischen Bühnenbilder und Kostüme von Lila de Nobili (1916-2002), welche von Beginn an für sich gefangen nehmen.

 

Aida La Scala

© Marco Brescia & Rudy Amisano

Die schweizerische Künstlerin mit ungarisch-jüdischen Wurzeln – bekannt vor allem für das Bühnenbild zu Luchino Viscontis legendärer La Traviata Inszenierung mit Maria Callas – erzählt Giuseppe Verdis Oper im Stil der Uraufführungs-Ästhetik – und entwickelt dabei mit ihren gemalten Prospekten einen Zauber, wie man ihn heute nur noch bei wenigen Aufführungen erlebt. Egal ob der Königspalast in Memphis, das Gemach der Amneris, die von Sphinxen gesäumte Pracht-Alle zum Triumph-Marsch oder die von Mondlicht beschienene Szenerie am nächtlichen Nil – man staunt durchgehend über die fast unerschöpflichen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Kulissenzaubers und lässt sich von der Magie der Bilder von Beginn angefangen nehmen.

Auch musikalisch hatte die Aufführung am 31. Mai viel zu bieten: Unter dem extrem spannenden, dramatischen, aber auch sängerfreundlichen Dirigat von Daniel Oren entwickelt Verdis unvergängliche Musik einen unvergleichlichen Sog, der zwischen den zartesten Piani und den martialischen Klängen des Triumphmarsches stets die richtige Balance fand.

 

Aida ballet

© Marco Brescia & Rudy Amisano

Krassimira Stoyanova singt die Aida mit kräftigem, warmem Sopran, dem auch die extrem anspruchsvollen Registerwechsel der Nilarie keine Probleme bereiten, all die Verzweiflung die Verdi in Aidas Musik zum Ausdruck brachte, wird in dieser Interpretation spürbar.

 

Aida Aida

© Marco Brescia & Rudy Amisano

Violeta Urmana stattet die Amneris mit sattem Mezzosopran mit extrem klanglicher Tiefe aus, könnte aber bei aller stimmgewalt gelegentlich etwas kultivierter singen.

Fabio Satori hat sich leider zu ‚Celeste Aida‘ noch nicht freigesungen, steigerte sich aber im Laufe des Abends deutlich und fand in dritten und vierten Akt mit seinem baritonal gefärbten Tenor zu berührender Innigkeit.

Vitali Kowaljows voluminösem Bass fehlt leider viel von der Schwärze, die den Ramphis charakterisiert, während Carlo Colombara als Pharao mit warmer voller Stimme, das Volk zu den «heiligen Ufern» des Nils rief.

Georg Gagnize war ein dramatischer, schönstimmiger Amonasro, der das Beste aus dieser etwas undankbaren Rolle machte.

Am Ende langanhaltender begeisterter Jubel für alle Sänger und eine Inszenierung mit absolutem Kult-Status!